Was ist die Heidelberger Schnauze?
Die „Heidelberger Schnauze“ ist kein offizieller Dialekt, sondern ein liebevoll-ironischer Begriff für die direkte, bisweilen schroffe Art der Heidelbergerinnen und Heidelberger. Als Universitätsstadt ist Heidelberg kosmopolitisch und hat nie einen stark ausgeprägten Lokaldialekt entwickelt wie zum Beispiel Frankfurt oder Köln. Der gesprochene Dialekt in Heidelberg ist das Kurpfälzische, eine pfälzisch geprägte Mundart, die sich von Mannheim bis Sinsheim erstreckt.
Was ist Kurpfälzisch?
Das Kurpfälzische ist ein rheinfränkischer Dialekt. Typische Merkmale sind das Zusammenziehen von Wörtern, die charakteristischen Vokale und ein eigenes Vokabular. Wer in Heidelberg aufgewachsen ist, kennt Ausdrücke wie „net“ (nicht), „isch“ (ich), „hawwe“ (haben) oder „des“ (das). Die Mundart ist in Heidelberg weniger verbreitet als in den umliegenden Ortschaften, wird aber von älteren Generationen noch gepflegt.
Kurpfälzisch: Ein kleines Glossar
| Kurpfälzisch | Hochdeutsch |
|---|---|
| net / nit | nicht |
| isch | ich |
| des | das / dies |
| hawwe / hun | haben |
| wammer | wenn wir |
| am liebschde | am liebsten |
| gell / gell net | nicht wahr / oder? |
Heidelberg als Kulturstadt und die Sprache
Als UNESCO-Literaturstadt Heidelberg hat die Sprache ohnehin einen besonderen Stellenwert. Das Festival feeLit widmet sich Literatur und Sprache, das Heidelberger Frühling hat Lied und Sprachkunst als Teil seines Programms. Und die Universität als älteste in Deutschland hat Jahrhunderte deutschsprachiger Wissenschaftstradition geprägt. Dass dabei der Dialekt der Umgebung leiser wird, ist ein gesamtdeutsches Phänomen, aber kein Verlust ohne Widerstand.
Quelle: Stadt Heidelberg · Dialektforschung Universität Heidelberg
Foto: Thought Catalog, Pexels (kostenlos nutzbar)






