Im August 2025 führte die Stadt Heidelberg in der Bahnstadt eine Parkraumbewirtschaftung ein. Seither müssen Autofahrende im neuen Stadtteil für das Parken zahlen oder benötigen einen Anwohnerparkausweis. Im März 2026 befasste sich der Ausschuss für Klima und Mobilität erstmals mit einer Auswertung der Maßnahme. Das Ergebnis ist Teil einer umfassenderen Strategie, den öffentlichen Raum in der Bahnstadt zugunsten von Fußgängerinnen, Radfahrenden und Grünflächen zu entwickeln.
Warum wurde die Bewirtschaftung eingeführt?
Die Bahnstadt wurde von Anfang an als autoreduziertes Quartier geplant. Die Tiefgaragen der Wohngebäude sollten den ruhenden Autoverkehr aufnehmen, die Straßen und öffentlichen Räume für Fußgängerinnen und Radfahrende freigehalten werden. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass viele Auswärtige das Quartier zum kostenlosen Parken nutzten, da es in der Nähe von Innenstadt und Hauptbahnhof liegt. Die Parkraumbewirtschaftung soll diesen Fremdparker-Effekt reduzieren und die Stellflächen vorrangig den Anwohnerinnen und Besucherinnen des Stadtteils zur Verfügung stellen.
Was die erste Auswertung zeigt
Die Evaluation, die im März 2026 im Ausschuss für Klima und Mobilität vorgestellt wurde, soll systematisch bewerten, ob die Ziele der Parkraumbewirtschaftung erreicht werden und ob Anpassungsbedarf besteht. Konkrete Zahlen zur Auslastung der Stellplätze, zur Entwicklung des Fremdparkens und zur Zufriedenheit der Anwohnerinnen fließen in die Auswertung ein. Stadtteile, in denen die Bewirtschaftung eingeführt wurde, zeigen typischerweise eine Reduktion des Fremdparkens um 20 bis 40 Prozent.
Reaktionen der Anwohnerinnen
Die Reaktionen auf die Parkraumbewirtschaftung in der Bahnstadt sind geteilt. Anwohnerinnen, die keinen eigenen Tiefgaragenstellplatz haben, profitieren von mehr Verfügbarkeit auf den Straßen. Kritik kommt von Gewerbetreibenden und Besucherinnen, für die die Parkgebühren eine zusätzliche Hürde darstellen. Die Stadt will auf Basis der Evaluation entscheiden, ob Anpassungen nötig sind, etwa bei den Tarifen, Ausnahmeregelungen oder der räumlichen Ausdehnung der Bewirtschaftungszone.
Quelle: Bahnstadt Heidelberg, Aktuelles · Stadt Heidelberg, Ausschuss Klima und Mobilität März 2026
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