Wer aus der Heidelberger Innenstadt über die Alte Brücke Richtung Norden fährt und dem Neckar entlang weiter geht, erreicht nach wenigen Minuten einen Stadtteil, der sich anfühlt wie ein eigenes Dorf: Handschuhsheim. Der nördlichste Stadtteil Heidelbergs ist der älteste. Erstmals 765 nach Christus urkundlich erwähnt, blickt er auf über 1.250 Jahre Geschichte zurück. Heute ist Handschuhsheim für seinen Weinbau, die historische Tiefburg, einen eigenen Wochenmarkt und eine lebendige Dorfgemeinschaft bekannt.
Geschichte: Über 1.250 Jahre
Die erste urkundliche Erwähnung von Handschuhsheim datiert auf das Jahr 765, als der Ort in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erwähnt wird. Damit ist Handschuhsheim älter als Heidelberg selbst, das erst im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Im Mittelalter war Handschuhsheim ein eigenständiges Dorf unter der Herrschaft verschiedener Adelsgeschlechter, darunter die Herren von Handschuhsheim, die im 13. Jahrhundert die Tiefburg errichteten. Die Eingemeindung nach Heidelberg erfolgte erst 1933.
Die Tiefburg: Mittelalter im Stadtteil
Das auffälligste historische Bauwerk in Handschuhsheim ist die Tiefburg, ein mittelalterlicher Wasserburgkomplex in unmittelbarer Nähe des Dorfzentrums. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Handschuhsheim errichtet. Heute ist sie teilweise erhalten und beherbergt das Heimatmuseum Handschuhsheim sowie einen Innenhof, der für Veranstaltungen genutzt wird. Der Burggraben und der Bergfried sind noch erkennbar und machen die Anlage zu einem eindrücklichen Zeitzeugnis.
Weinbau in Handschuhsheim
An den Südhängen des Heiligenbergs, die Handschuhsheim im Osten begrenzen, wächst Wein. Der Handschuhsheimer Weinbau hat eine lange Tradition: Die günstigen klimatischen Verhältnisse, die warmen Südhänge und die Lage zwischen Odenwald und Rheinebene machen den Anbau möglich. Heute betreiben mehrere Winzerinnen und Winzer in Handschuhsheim aktiv Weinbau. Die Weine sind regional bekannt und werden ab Hof und auf dem Wochenmarkt verkauft. Der Weinbau gibt dem Stadtteil eine mediterrane Note, die ihn von anderen Heidelberger Stadtteilen unterscheidet.
Was Handschuhsheim ausmacht
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Erste Erwähnung | 765 n. Chr. in einer Schenkungsurkunde an Kloster Lorsch |
| Eingemeindung | 1933 nach Heidelberg |
| Tiefburg | Mittelalterliche Wasserburg aus dem 13. Jh.; Heimatmuseum |
| Weinbau | Aktive Winzerinnen an den Heiligenberg-Hängen |
| Wochenmarkt | Freitag, Lutherplatz Neuenheim (benachbarter Markt) |
| Dorfplatz | Eigenes Dorfzentrum mit Läden, Cafés, Bäckerei |
| ÖPNV | Bus 35 ab Bismarckplatz oder Neuenheim |
Feste und Gemeinschaftsleben
Handschuhsheim hat eine aktive Vereinskultur. Das jährliche Handschuhsheimer Straßenfest zieht Besucherinnen aus dem gesamten Stadtgebiet an. Sportvereine, Kulturinitiativen und der Heimatverein tragen zum lebendigen Dorfleben bei. Der Stadtteil hat eine eigene Grundschule, mehrere Kitas und einen Kindergarten. Für Familien ist Handschuhsheim wegen seiner ruhigen, dörflichen Atmosphäre und der guten Anbindung an die Innenstadt besonders attraktiv.
Quelle: Stadt Heidelberg, Stadtteile · Wikipedia: Handschuhsheim
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