Was sind deutsche Forschungsschiffe?
Deutschland betreibt eine der führenden Forschungsschiff-Flotten weltweit. Sieben große und mittelgroße Schiffe fahren auf allen Ozeanen. Sie sind rollende Labore. An Bord forschen Wissenschaftler aus aller Welt. Themen: Klimawandel, Tiefsee, marine Ökosysteme, Geologie der Meeresböden.
Was hat Heidelberg damit zu tun?
Mehr als man zunächst denkt. Prof. Dr. Oliver Friedrich vom Institut für Geowissenschaften der Uni Heidelberg übernimmt die Koordination eines neuen Bundesprogramms. Das DFG-Infrastruktur-Schwerpunktprogramm „Forschungsschiffe“ hat seinen Sitz jetzt in Heidelberg. Die Koordinationsstelle läuft drei Jahre, gefördert mit rund 680.000 Euro.
Was macht diese Koordinationsstelle konkret?
Sie bringt alle zusammen. Forscher, Expeditionsteams, die DFG und die Fachöffentlichkeit. Die Koordinationsstelle stimmt Fahrtanträge ab, vernetzt Wissenschaftler und sorgt dafür, dass die Ergebnisse bekannt werden. Bislang wurden bereits knapp 20 Teilprojekte bewilligt, rund um Klimawandel, ozeanische Grenzflächen und marine Ökosysteme.
Warum ist das jetzt nötig?
Die Meere verändern sich. Temperaturen steigen. Arten sterben aus. Gleichzeitig verschieben sich globale Machtstrukturen, was die internationale Forschungszusammenarbeit erschwert. Das DFG-Programm soll die deutsche Meeresforschung besser aufstellen, also unabhängiger und vernetzter machen. Prof. Friedrich forscht selbst zur Klima- und Ökosystemdynamik der Erdgeschichte. Er weiß, wovon er redet.
Wie lange läuft das Programm?
Zunächst bis 2031. Das Gesamtbudget des DFG-Schwerpunktprogramms liegt bei bis zu 21,6 Millionen Euro für die ersten drei Jahre. Parallel baut das Bundesministerium für Bildung und Forschung gerade ein neues Forschungsschiff, die METEOR IV. Sie soll Mitte 2026 in Dienst gehen.
Was bedeutet das für die Uni Heidelberg?
Heidelberg ist keine Küstenstadt. Trotzdem koordiniert sie jetzt ein nationales Meeresforschungsprogramm. Das zeigt, wie weit der Einfluss der Ruperto Carola reicht. Nicht nur in der Physik oder Medizin, auch in den Geowissenschaften. Wer sich für weitere aktuelle Forschungsthemen aus Heidelberg interessiert, findet hier den Bericht zur Suche nach Dunkler Materie.
Quelle: Universität Heidelberg, Pressemitteilung vom 2. April 2026
Foto: Tobias Bjerknes, Pexels License (kostenlos nutzbar)






