Was ist Dunkle Materie?
Bis zu 85 Prozent der gesamten Materie im Universum ist unsichtbar. Kein Teleskop kann sie sehen. Kein Detektor hat sie bisher direkt nachgewiesen. Trotzdem wissen Physiker, dass sie existiert. Dunkle Materie beeinflusst Galaxien, Sterne und die Struktur des Kosmos. Nur woraus sie besteht? Unbekannt.
Was macht die Uni Heidelberg jetzt?
Am 2. April 2026 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine neue Forschungsgruppe an der Uni Heidelberg bewilligt. Ihr Name: DELight. Ziel ist der erste direkte experimentelle Nachweis sogenannter Leichter Dunkler Materie. Die DFG fördert das Projekt mit rund 5,3 Millionen Euro, verteilt auf vier Jahre. Koordinatorin ist Prof. Dr. Belina von Krosigk vom Kirchhoff-Institut für Physik.
Wie soll der Nachweis gelingen?
Der Trick steckt im Helium. Supraflüssiges Helium wird auf wenige Tausendstel Grad über dem absoluten Temperaturnullpunkt abgekühlt. Das entspricht rund minus 273 Grad Celsius. Wenn ein Teilchen Dunkler Materie mit dem Helium in Wechselwirkung tritt, entsteht eine winzige Temperaturspur. Diese Spur sollen hochempfindliche Quantensensoren aufspüren. Gebaut werden sie in Heidelberg und Karlsruhe.
Warum gerade superkaltes Helium?
Helium-Atome sind sehr leicht. Das macht sie besonders empfindlich für Teilchen mit geringer Masse. Genau das ist der Bereich, in dem Leichte Dunkle Materie vermutet wird. Bisherige Experimente haben diesen Bereich kaum abgedeckt. DELight soll das ändern.
Wer ist beteiligt?
Sechs Forschungsteams aus Heidelberg, Freiburg und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeiten zusammen. Das Experiment selbst wird nicht in Heidelberg stehen. Es wird in einem Untergrundlabor in der Schweiz aufgebaut. Dort schützt die Erdkrüfte das Experiment vor kosmischer Strahlung, die das Signal verfälschen würde. Zusätzlich kommen Blei- und Kupferschilde zum Einsatz.
Was hat das mit Heidelberg zu tun?
Mehr als man denkt. Die kryogene Kühlplattform, das Herzstück des Experiments, wird hier entwickelt. Und Heidelberg stellt 1,3 der 5,3 Millionen Euro an Fördermitteln. Das ist kein kleines Teilprojekt. Das ist Grundlagenforschung auf Weltniveau, koordiniert aus einer Stadt mit 160.000 Einwohnern.
Was passiert, wenn der Nachweis gelingt?
Das wäre eine der bedeutendsten Entdeckungen der modernen Physik. Seit Jahrzehnten sucht die Wissenschaft nach direktem Beweis für Dunkle Materie. Bisher vergebens. Wenn DELight erfolgreich ist, verändert das unser Bild vom Universum. Heidelberg wäre mittendrin. Wer die andere aktuelle Meldung aus der Heidelberger Forschung interessiert, findet hier alles zur Exzellenzuniversität Heidelberg.
Quelle: Universität Heidelberg, Pressemitteilung vom 2. April 2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dunkler Materie und normaler Materie?
Normale Materie interagiert mit Licht. Sie ist sichtbar, messbar, greifbar. Dunkle Materie tut das nicht. Sie lässt sich nur indirekt nachweisen, zum Beispiel über ihren Gravitationseffekt auf Galaxien.
Warum wird das Experiment unter der Erde aufgebaut?
Kosmische Strahlung würde die Signale überlagern und unbrauchbar machen. Unter der Erde ist die Strahlung stark abgeschirmt. Das DELight-Experiment wird in einem Schweizer Untergrundlabor platziert.
Wie lange läuft die Förderung?
Vier Jahre. Die DFG stellt insgesamt rund 5,3 Millionen Euro bereit. Auf Heidelberg entfallen davon rund 1,3 Millionen Euro.
Foto: Chokniti Khongchum, Pexels License (kostenlos nutzbar)






