Im Sommer 2026 verwandelt sich das Gelände der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in einen außergewöhnlichen Ausstellungsort. Der Skulpturenpark Heidelberg präsentiert sieben großformatige Skulpturen des südafrikanischen Künstlers William Kentridge, einer der am meisten beachteten Gegenwartskunst-Positionen weltweit. Die Werke stehen im Dialog mit der Dauerausstellung des Parks und machen Heidelberg in diesem Sommer zu einem Pflichtbesuch für Kunstinteressierte weit über die Region hinaus.
Wer ist William Kentridge?
William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg, Südafrika, geboren und gilt als einer der bedeutendsten lebenden Künstler der Welt. International bekannt wurde er durch seine animierten Kohlezeichnungsfilme, in denen er Spuren hinterlässt, radiert, übermalt und neu zeichnet. Das Auslöschen und Erinnern, das Sichtbare und das Verdrängte sind zentrale Themen seiner Arbeit. Dabei verhandelt Kentridge Geschichte, Apartheid, Kolonialismus und das kollektive Gedächtnis Südafrikas, ohne didaktisch zu werden. Seine Werke sind sinnlich, vielschichtig und oft mit einem trockenen Humor durchzogen.
Kentridges Werk wurde in den bedeutendsten Museen und auf den wichtigsten Biennalen weltweit gezeigt, im MoMA New York, in der Tate Modern London, im Centre Pompidou Paris und auf der Documenta in Kassel. Dass sein Werk nun im Skulpturenpark Heidelberg zu sehen ist, ist ein kuratorischer Coup, den Heidelberg dem engagierten Netzwerk des Parks verdankt.
Was ist der Skulpturenpark Heidelberg?
Der Skulpturenpark Heidelberg wurde 2006 gegründet und befindet sich auf dem weitläufigen Grüngelände der Orthopädischen Universitätsklinik im Neuenheimer Feld. Er zeigt wechselnde Großskulpturen internationaler Künstlerinnen und Künstler, eingebettet in den Klinikpark, der für alle zugänglich ist. Das Konzept ist bewusst offen: Kunst soll nicht im White Cube eines Museums konsumiert werden, sondern im Alltag, beim Spaziergang, beim Warten auf einen Arzttermin, beim Mittagessen auf der Parkbank.
Bisher haben Arbeiten von unter anderem Markus Lüpertz, Tony Cragg und Katharina Fritsch im Park gestanden. Die Kentridge-Präsentation 2026 ist die bisher international prominenteste Ausstellung in der Geschichte des Parks.
Die sieben Kentridge-Skulpturen
Kentridge zeigt sieben großformatige Skulpturen, die typisch für seine plastische Arbeit sind. Die Werke sind oft aus gestapelten, profilierten Stahlplatten gefertigt, die im Umgehen eine scheinbar dreidimensionale, wechselnde Silhouette erzeugen. Aus einem Winkel erscheint eine Figur klar erkennbar, aus einem anderen löst sie sich auf. Diese Mehrdeutigkeit ist gewollt: Wahrheit und Erinnerung, so Kentridge, sind immer perspektivisch.
Kunst im öffentlichen Raum: Warum das wichtig ist
Kunst im öffentlichen Raum hat eine andere Qualität als Kunst im Museum. Sie sucht sich keine Zielgruppe aus. Wer zum Arzt geht, wer joggt, wer mit Kindern spielt, begegnet ihr. Das kann irritieren, anstoßen, neugierig machen. Der Skulpturenpark Heidelberg verfolgt diesen Ansatz konsequent: keine Eintrittspreise, keine Reservierungen, kein Dresscode. Kunst für alle, die vorbeikommen.
Praktische Infos für den Besuch
| Info | Details |
|---|---|
| Adresse | Schlierbacher Landstraße 200a, 69118 Heidelberg |
| Zugang | Kostenlos, ganzjährig, keine Öffnungszeiten |
| Anreise ÖPNV | Bus 33 bis Chirurgische Klinik oder Bus 34 bis Kopfklinik |
| Kentridge-Ausstellung | 7 Großskulpturen, Sommer 2026 |
| Kombination | Gut kombinierbar mit Spaziergang durch das Neuenheimer Feld |
| Website | skulpturenpark-heidelberg.de |
Quelle: Skulpturenpark Heidelberg · Stadt Heidelberg
Foto: Pexels, Pexels (kostenlos nutzbar)






