Forschende aus Heidelberg arbeiten an einem vielversprechenden neuen Ansatz gegen Blutkrebs: Statt Immunzellen aufwendig im Labor umzubauen, sollen sie direkt im Körper genetisch verändert werden. Entwickelt wird die Methode gemeinsam vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Universitätsklinikum Heidelberg.
Wie funktioniert die neue Zelltherapie?
Herzstück sind winzige Lipid-Nanopartikel – kleine Fettkügelchen, die mRNA und die Genschere CRISPR-Cas9 transportieren. Sie werden gespritzt und verändern Immunzellen direkt im Körper, ohne dass diese zuvor entnommen werden müssen. Die Zellen erhalten dadurch ein Erkennungsmerkmal für den Krebs und werden so umprogrammiert, dass sie länger aktiv bleiben.
„Die Zellen bekommen ein Erkennungsmerkmal für den Krebs und werden gleichzeitig so umprogrammiert, dass sie länger im Körper überleben“, erklärt Dr. Mirco Friedrich, Gruppenleiter am DKFZ und Hämatologe.
Was ist der Unterschied zu bisherigen Therapien?
Klassische CAR-T-Zelltherapien sind hochwirksam, aber aufwendig: Dem Patienten werden Immunzellen entnommen, im Labor gentechnisch verändert und wieder zurückgegeben. Der Heidelberger Ansatz spart diesen Schritt – die Veränderung geschieht direkt im Körper. Das könnte die Behandlung deutlich schneller und für mehr Menschen zugänglich machen.
Wie weit ist die Forschung?
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Beteiligte Einrichtungen | DKFZ & Universitätsklinikum Heidelberg |
| Wirkprinzip | Lipid-Nanopartikel mit mRNA & CRISPR-Cas9 |
| Entwicklungsstand | Phase-1-Studien (Sicherheitsprüfung) |
| Erste Patientenbehandlungen | geplant für Anfang 2027 |
| Förderung | 6 Mio. € aus dem Netzwerk der Nationalen Zentren für Tumorerkrankungen |
Aktuell befindet sich die Therapie in Phase-1-Studien, in denen vor allem die Sicherheit geprüft wird. Erste Patientenbehandlungen sind für Anfang 2027 vorgesehen.
Warum ist das für Heidelberg bedeutsam?
Heidelberg zählt mit DKFZ, Universitätsklinikum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) zu den führenden Krebsforschungsstandorten Europas. Der neue Ansatz unterstreicht diese Rolle – und könnte, sollte er sich bewähren, die Behandlung von Blutkrebs grundlegend vereinfachen.
Hinweis: Die Therapie befindet sich in der klinischen Erprobung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Foto: Chokniti Khongchum, Pexels (kostenlos nutzbar)





