Die Montpellierbrücke in Heidelberg ist das größte laufende Verkehrsinfrastrukturprojekt der Stadt. Und es ist teurer und zeitaufwendiger geworden als geplant: 14,5 Millionen Euro Mehrkosten und mehrere Monate Verspätung stehen auf der Bilanz. Was ursprünglich als überschaubares Brückenprojekt begann, hat sich zu einem Mammutvorhaben entwickelt, das die politische Diskussion in Heidelberg immer wieder beschäftigt.
Was ist die Montpellierbrücke?
Die Montpellierbrücke überquert den Neckar in Heidelberg-Bergheim und verbindet die Weststadt mit dem Neuenheimer Feld. Sie ist eine wichtige Verkehrsachse für Fahrräder, Fußgänger und Busse, die das Universitäts- und Klinikgelände im Neuenheimer Feld mit der Innenstadt verbinden. Der Name bezieht sich auf die Heidelberger Partnerstadt Montpellier in Frankreich. Die Brücke wurde sanierungsbedürftig und musste grundlegend erneuert werden.
Was ist schiefgelaufen?
Bereits früh im Bauprozess zeigten sich Probleme. Unerwartete Bodenverhältnisse, aufwendigere Gründungsarbeiten und Lieferschwierigkeiten bei Materialien trieben die Kosten in die Höhe. Hinzu kamen Bauzeitverlängerungen durch Witterungseinflüsse und technische Herausforderungen. Das Ergebnis: 14,5 Millionen Euro Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung und eine Verspätung von mehreren Monaten. Der Gemeinderat musste die Mehrkosten genehmigen, was politische Debatten auslöste.
Stand 2026 und Ausblick
2026 laufen die Bauarbeiten weiter. Die Fertigstellung ist für den Laufe des Jahres geplant, genaue Zeitpunkte sind angesichts der bisherigen Erfahrungen mit Vorsicht zu betrachten. Für Pendlerinnen und Pendler, die täglich zwischen Neuenheimer Feld und Innenstadt unterwegs sind, ist die Fertigstellung ein wichtiges Ereignis: Die Brücke ist ein zentrales Stück der Radinfrastruktur zwischen diesen beiden Stadtbereichen.
Kontext: Heidelbergs Infrastrukturprojekte
Die Montpellierbrücke ist nicht das einzige Brückenprojekt in Heidelberg. Parallel laufen die Planungen für den Neubau der Ziegelhäuser Brücke, die ebenfalls dringenden Sanierungsbedarf hat. Auch die Da-Vinci-Brücke nahe dem Hauptbahnhof wurde erst im Dezember 2025 als neue Rad- und Fußwegbrücke eröffnet. Heidelbergs Brückeninfrastruktur über den Neckar steht insgesamt unter Erneuerungsdruck.
Quelle: Mannheimer Morgen, 2026 · Stadt Heidelberg
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