Am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) ist Medizinern eine Premiere gelungen: Bei einer kombinierten Leber- und Nierentransplantation wurden beide Organe erstmals gleichzeitig in nur einer Perfusionsmaschine konserviert. Das Verfahren kann den Zeitdruck im OP verringern und Organe schonen.
Was ist das Besondere?
Perfusionsmaschinen halten Spenderorgane vor der Transplantation durchblutet und gekühlt – normalerweise ein Organ pro Gerät. In Heidelberg gelang es, Leber und Niere parallel in einer Maschine zu versorgen. Möglich wurde das, weil die Leber zwei Blutzuflüsse hat: Über die Pfortader wurde die Leber versorgt, die arterielle Leitung konnte für die Niere genutzt werden.
Wie funktioniert die Methode?
| Aspekt | Erklärung |
|---|---|
| Prinzip | Zwei parallele Kreisläufe in einer Maschine |
| Kühlung | Hypotherme Perfusion unter 10 °C, sauerstoffreiche Lösung |
| Vorteil | Weniger Ischämieschäden, weniger Zeitdruck im OP |
| Perspektive | OP könnte bei Bedarf auf zwei Tage verteilt werden |
Wer steckt dahinter?
Durchgeführt wurde die Perfusion von Dr. Deniz Uluk und PD Dr. Zoltan Czigany (Transplantationschirurgie) gemeinsam mit dem Nierenzentrum unter Prof. Martin Zeier. „Die Premiere der neuen Perfusions-Methode ist sehr gut verlaufen“, so Uluk. Die Patientin konnte nach rund vier Wochen entlassen werden.
Einordnung
Das UKHD betreibt mit den Heidelberg Organ Recovery Units (HORUS) nach eigenen Angaben eine der größten Abteilungen für Maschinenperfusion in Deutschland. Die Methode könnte die Sicherheit bei komplexen Mehrfachtransplantationen erhöhen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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